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Geflügelpest: Risiko für Menschen in Europa?

„Die neuen Ausbrüche von "Vogelgrippe" (Geflügelpest / Aviäre Influenza) in den Geflügelbeständen einiger Länder Südostasiens und die damit einhergehenden Erkrankungs- und Todesfälle haben erneut Fragen zum Risiko einer Infektion des Menschen mit dem aviären Influenzavirus (H5N1) über Lebensmittel aufgeworfen“, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf seiner Internetseite, auf der dazu auch Informationsmaterial zur Verfügung gestellt wird. Auch andere deutsche, eurpäische und internationale Organisationen haben mit der Bereitstellung von Online-Informationen auf die Entwicklung reagiert.

Auf der BfR-Internetseite sind verschiedene Informationsmaterialien zusammengestellt, darunter die Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), in der es heißt: "Die aviäre Influenza ist eine infektiöse Erkrankung bei Vögeln. Es kommt selten vor, dass aviäre Influenzaviren von Vögeln auf den Menschen übertragen werden. Wenn dies geschieht, so ist der direkte Kontakt mit den infizierten lebenden Vögeln die Hauptursache für die Infektion." Wenngleich kein direkter Nachweis darüber vorliege, dass aviäre Influenzaviren über die Nahrungskette übertragen werden können, werde die EFSA weiterhin mögliche Auswirkungen der AI sowohl auf die Tiergesundheit als auch auf die Nahrungskette evaluieren. Die Stellungnahme steht bei der EFSA zum Download als PDF-Datei zur Verfügung.

EU-Kommission stoppt Geflügelimporte
Auf Vorschlag der EU-Mitgliedsstaaten hat die EU-Kommission am 28. Januar beschlossen, das bestehende Einfuhrverbot für
Geflügel und Geflügelprodukte aus den von der Geflügelpest betroffenen Ländern auch auf Ziervögel auszuweiten. Sowohl kommerzielle als auch private Einfuhren von Vögeln jeder Art aus Kambodscha, Indonesien, Japan, Laos, Pakistan, China einschl. HongKong, Südkorea, Thailand, Vietnam sind ab sofort untersagt.
Zwar sei das Risiko für die Einschleppung der Geflügelpest durch Ziervögel gering, da diese nach der Einfuhr zunächst in Quarantäne müssten, um eine Infektion erkennen zu können, dennoch solle angesichts der explosionsartigen Ausbreitung des Virus auch dieses Restrisiko ausgeschlossen werden, schreibt das Bundesverbraucherministerium in einer Presseerklärung. Damit sind nach Auffassung des Ministeriums alle vorstellbaren Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um eine Einschleppung der Seuche zu verhindern. Um Gefahren für die menschliche Gesundheit zu minimieren weist das Ministerium auf die Reiseempfehlungen des Auswärtigen Amtes hin, wonach dringend davon abgeraten wird, in diesen Ländern Geflügelbetriebe oder Geflügel- und Vogelmärkte zu besuchen.

WHO: Kein Verdacht der Übertragung durch Nahrungsmittel
In einer aktuellen Stellungnahme hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versichert, dass keine epidemologischen Informatationen vorliegen, die den Verdacht stützen, die Krankheit könne durch kontaminierte Nahrung auf Menschen übertragen werden. Die WHO arbeite aber an der Klärung dieser Frage. Bis jetzt gebe es keine epidemologische Information, die nahelegen könnte, die Krankheit könne durch kontaminierte Nahrungsmittel übertragen werden oder dass Produkte, die aus den betroffenen Gebieten eingeführt wurden, die Quelle für Infektionen bei Menschen sein könnten.

Merkblatt und weitere Infos des RKI
Umfangreiche Informationen hat das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Internetseite zusammenstellt. Neben einer umfangreichen Materialsammlung steht dort ein Merkblatt mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Geflügelpest/Vogelgrippe zum Download als PDF-Datei zur Verfügung. In dem Merkblatt heißt es, bisher sei kein Grippefall durch Vogel-Influenzaviren in Deutschland aufgetreten. Zum Schutz der Verbraucher sei vorsorglich der Import von Geflügel, Geflügelfleisch und Geflügelfleischerzeugnissen (sofern nicht durcherhitzt) aus den betroffenen Staaten verboten worden. Impfen lassen könne man sich gegen die Vogel-Influenzaviren nicht. Es gebe derzeit keinen Impfstoff für Menschen, der gegen diese Viren zugelassen ist. Sollte es zu einer gesicherten Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch Vogel-Influenzaviren kommen, werde die WHO Empfehlungen zur Impfstoffherstellung aussprechen.

Quelle: Arbeit und Gesundheit


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