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Schutzsystem für Nadelspitzen

Etwa 15 Milliarden Spritzen kommen weltweit im Jahr zum Einsatz. Rund drei Viertel der Arbeitsunfälle mit vermutetem HIV-Kontakt sind nach Untersuchungen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) auf Kanülen-Stichverletzungen zurückzuführen. Eine Arbeitsgruppe der Technischen Universität Chemnitz hat nun eine Spritze mit eingebautem Sicherheitssystem entwickelt, das Stichverletzungen wirksam vorbeugen kann.

Gerade in Stress-Situationen wird oftmals mit den spitzen Nadeln gebrauchter Spritzen nachlässig umgegangen. Nicht nur für medizinisches Personal wie Schwestern, Pfleger und Ärzte bedeuten die Nadeln Gefahr, auch für Reinigungspersonal ist das Verletzungsrisiko beim Entsorgen der Spritzen allgegenwärtig. Infektionen durch Stichverletzungen können ernsthafte, sogar tödliche Krankheiten wie Aids oder Hepatitis verursachen. Das von Kunststoffexperten der Technischen Universität Chemnitz, der Firma Fischer & Partner Mönchengladbach sowie der Firma KMT Treuen entwickelte Schutzsystem für Injektionsspritzen kann Stichverletzungen und damit einhergehende Infektionen nahezu verhindern.

Das Funktionsprinzip beruht darauf, dass nach der Injektion durch das Aufsetzen des Tupfers zwei von der Spritze weg stehende Kunststoffarme erfasst werden. Wird die Spritze jetzt zurückgezogen, stülpt sich eine Kunststoffhülle über die Nadel und verrastet dort. Das System verhindert so auch, dass eine Spritze versehentlich mehrfach verwendet wird. Die Anwendung sei, so die „Erfinder“ der neuen Sicherheitsspritze, so einfach, dass das Personal nicht darin geschult werden müsse.

Im kommenden Jahr sollen noch weitere Tests durchgeführt und die Serienherstellung sowie Markteinführung der neuartigen Spritze beraten werden. Wann damit zu rechnen ist, dass die sichere Spritze großflächig zum Einsatz kommen wird, ist indessen noch unklar.

Quelle: Arbeit und Gesundheit


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